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Die Werkausgabe Georg K. Glaser

Georg K. Glaser (1910-1995) ist einer der großen vergessenen Erzähler und Chronisten des 20. Jahrhunderts, dessen Lebenswerk die Zeit von den Unruhen der Weimarer Republik bis die Nachkriegsära des Zweiten Weltkriegs umfasst.

Georg K. Glasers Ort in der Literaturgeschichte des Exils und des Nachkriegs ist, bis heute, der eines gewürdigten und anerkannten Außenseiters. Sein Roman Geheimnis und Gewalt (1951) wurde von Erich Kuby, Günter Kunert, Uwe Schweikert und zuletzt von Peter Härtling mit je unterschiedlicher Betonung als "Jahrhundertbuch" tituliert. Diese Position eines Außenseiters ist verbunden mit der Geschichte der Exilliteraturforschung, die, vor allem in ihren Anfängen, auf die großen Zentren und auf das Bild einer idealisierten "antifaschistischen" Literatur bezogen war. Autoren wie Walter Mehring, Hans Sahl, Franz Jung oder Georg K. Glaser blieben hier, unabhängig von allen literarischen Kriterien, zunächst Randfiguren. Unter diesem politischen Vorzeichen gehört Glasers Werk zu jener antistalinistischen Literatur, deren Rezeption nach 1945 in beiden Teilen Deutschlands behindert war. Sie fiel im Osten durch das Raster der Kulturpolitik, weil sie die staatstragende Antifaschismuslegende störte, und sie blieb beiseite geschoben im Westen, weil sie nicht ins Bild einer sich gegen die Verdrängungsleistungen der frühen Bundesrepublik formierenden kritischen Theorie passte, die sich vor dem Antikommunismus-Verdikt als Relikt des Kalten Krieges fürchtete. Glasers Werk kommt, neben seiner literarischen Bedeutung, ein starkes dokumentarisches Gewicht zu, das in seinem Charakter einer Chronik deutscher Alltagsgeschichte begründet liegt.

Glaser gehört auch zu jenem kleinen Kreis von Exilautoren, deren Schreiben sich stärker mit der Sprache und Kultur ihres Gastlandes verband. Nach seiner Emigration 1933 ist Glaser (bis zu seinem Tod 1995) als französischer Staatsbürger in Frankreich geblieben. Geheimnis und Gewalt erschien zuerst in französischer Übersetzung (1951), und fand erst nach dem Erfolg dieser Ausgabe - Maurice Nadeau sprach von der "bedeutendsten epischen Leistung der Nachkriegszeit" - einen deutschsprachigen Schweizer Verleger. Einige Nachlass-Manuskripte und Teile seines noch unveröffentlichten Kriegstagebuchs sind auf französisch verfasst. Er war befreundet mit französischen Autoren und Künstlern und war 1947 (neben dem Jesuitenpater Perrin) Initiator der ersten Begegnungen von französischen und deutschen Studenten, Arbeitern und Angestellten nach dem Krieg (das erste Treffen fand 1948 in Berneck statt)... mehr zu Leben und Werk>>

Die geplante Werkausgabe ist eine Leseausgabe mit sorgfältig editierten Texten, die die bislang veröffentlichten Bücher Glasers in ihrer vollständigen Fassung präsentieren, die die verstreut veröffentlichten Texte des Autors versammelt und noch nicht gedruckte Texte aus dem Nachlass zugänglich macht.... mehr zur Werkausgabe>>